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Faires Fest

 

Rechtzeitig zum Fest bot die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Schokolade mit weihnachtlichem Motiv an. Aber nicht irgendwelche Schokolade, sondern welche aus fairem Anbau, versteht sich. Ganz besonders war daran, dass sie ein Aquarell vom Rottendorfer Kirchplatz zierte, auf dem die RoKaGe Christbäume verkauft. Noch dazu im Schnee!

 

Der Plan, anschließend übriggebliebene Tafeln im Weltladen zu verkaufen, ging nicht auf. Es waren keine mehr übrig. Ein so außergewöhnliches, individuelles Geschenk ließen sich gewiefte RottendorferInnen nicht entgehen! Spätere Anfragen mussten leider enttäuscht werden.

 

Das Geld, das eingenommen wurde, wird in bewährter Weise an Azadi weitergegeben, um eine faire Textilproduktion zu fördern. Dazu findet dann am 17. Juni im Wasserschloss die Aktion „FairNähen“ statt, bei der wieder allerlei Sinnenfreuden mit nüchternen Fakten verwoben werden sollen. Das Konzept von Azadi ist überaus interessant und lohnt allein schon die Teilnahme an „FairNähen“, aber die Steuerungsgruppe plant, wieder vorzulesen und zu bewirten. Lassen Sie sich/lasst euch überraschen!

 

Der Gedanke fairen Handel(n)s kommt immer mehr in der Bevölkerung an. So hat der Elternbeirat des Kindergartens Am Bremig heuer 140 faire Nikoläuse beim Weltladen eingekauft. Da hat die Schokolade dann keinen bitteren Beigeschmack, weil sie „von Kindern für Kinder“ produziert wurde. Man kann ruhigen Gewissens schlemmen, was den Genuss ungemein erhöht!

 

Auch das Partnerschaftskomitee beschenkte heuer mit fairen Nikoläusen und zwar die Kinder der Französisch-AG der Grundschule. Nachdem auch die Schule für weitere zwei Jahre zertifiziert wurde und sich weiterhin Fair Trade School nennen darf, war dies natürlich überaus passend! Wenn schon, denn schon schokoladen-fair-schmierte Mündchen!

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FT Logo

Bewährungsprobe bestanden!

Die Gemeinde Rottendorf ist für weitere zwei Jahre als Fair Trade Town zertifiziert. Diesen Erfolg kann die örtliche Steuerungsgruppe in Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteuren für sich verbuchen.

Zahlreiche Mithelfer

So wächst das Warenangebot in den Rottendorfer Geschäften, das mit Fair Trade Siegel versehen ist, beständig. Längst findet sich nicht mehr nur fair gehandelter Kaffee in den Regalen unserer Märkte. Wer neugierig und aufmerksam schaut, findet zahlreiche Kakaoprodukte und mehr. Allem voran natürlich der Weltladen, der sich seit Jahren emsig und ehrenamtlich für die gute Sache einsetzt. Auch die ansässige Gastronomie bietet mittlerweile Produkte an, für deren Entstehung anständig bezahlt wurde.

Natürlich geht die Gemeindeverwaltung mit gutem Beispiel voran. Längst ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass man beim Einkauf darauf achtet, ob sich ein Fair Trade Siegel auf der Ware befindet – und dieser dann den Vorzug gibt. Damit alle auf dieser Welt menschenwürdig leben können!

Aktionen zur Unterstützung

Unermüdlich hat die Steuerungsgruppe immer wieder auf das Thema hingewiesen. Während der Pandemie teils gar kein so leichtes Unterfangen, aber nötiger als je zuvor. Besonders hervorzuheben sind hier mehrere Aktionen um fair gehandelte Rosen. Sie wurden von der Bevölkerung unglaublich positiv aufgenommen und auch monetär honoriert. Plötzlich standen Spendengelder zur Verfügung.

Diese an ein konkretes Projekt weiterzuleiten, erwies sich als komplizierter als gedacht. Deswegen entstand die Idee, ein Textilprojekt zu unterstützen. Doch man wollte keine langweilige Scheckübergabe, weshalb man sich eine Modenschau ausdachte. Im Garten des Wasserschlosses wandelten ehrenamtliche Models mit fair gehandelter und absolut modischer Kleidung über den Laufsteg. Und erhielten superpositives Feedback! Deswegen will man die Aktion im Zweijahresrhythmus wiederholen. 

Aber auch weiter zurückliegende Aktionen, etwa FairLesen, dürfen nicht vergessen werden. Da lud man in die Leselounge des Wasserschlosses ein, um rund ums Thema Kaffee zu genießen. Geboten wurden Livemusik, vorgelesene Literatur, faires Gebäck – und natürlich Kaffee. Angereichert mit spannenden Informationen zum Würzburger Partnerkaffee.

Nicht vergessen werden darf unsere Schule, die sich Fair Trade School nennen darf. Die ehrliche Begeisterung der Kinder reicht sogar über den Grundschulbesuch hinaus, sie bleiben dabei, wenn sie die Schule wechseln. Und sie sind sogar in den Ferien bereit, sich für fairen Handel einzusetzen.

Urkundenübergabe

Der Einsatz der Rottendorfer Akteure wurde von der Fair Trade Kampagne anerkannt und mit einer neuen Urkunde gewürdigt. Da dieser kleine Schritt wichtig für unsere Welt ist, feierte man im kleinen Kreis den Erfolg mit einem fairen Glas Secco. Direkt vom Erzeuger bezogen und anständig bezahlt, absolut regional, da aus Rottendorf und somit auch noch praktisch CO2-neutral.

Anwesend waren die drei Bürgermeister, um die politische Wichtigkeit und Einigkeit zu demonstrieren. Außerdem die Steuerungsgruppe. Sie besteht aus Andrea Siedler für die Agenda 21, Barbara Häußler als Mitglied der kirchlichen Seite, nämlich Pax Christi, Sibylle Emmerling, Konrektorin der Fair Trade School, Josef Pohly als Vertreter des Weltladens und Anke Schneider, Sprecherin der Gruppe und Verbindung zur politischen Gemeinde.

Hintergrund

Nicht aus den Augen verlieren sollte man auch, weshalb sich Menschen mit ihrer Lebenszeit für so ein aufwendiges Projekt einbringen. Da gibt es nämlich auf diesem Globus Millionen von Menschen, die trotz größten Fleißes und äußerster Sparsamkeit nicht genug zum Leben haben, weil sie so schlecht bezahlt werden. Gerade Kinder und Frauen trifft dieses Schicksal überdimensional häufig. Sie werden wie Sklaven gehalten, damit wir hier ein paar Cent sparen.

Es hat auch etwas mit dem Klimawandel zu tun. Wer nicht weiß, wie er heute satt werden soll, ist nachvollziehbarerweise wenig motiviert, sich auch noch in den Umweltschutz einzubringen. Ja, es fehlen ja auch die finanziellen Mittel!

Jeder Einzelne hat es in der Hand! Jeder kann einen kleineren oder größeren Beitrag dazu leisten, dass es auf der Erde fairer, anständiger, menschlicher zugeht! Deswegen ist die Gemeinde Rottendorf stolz darauf, mit der weiteren Zertifizierung einen aktiven Beitrag gelebter Humanität zu leisten!


 

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Rottendorf ist Fair Trade Town

 

Seit der Initialzündung im Januar 2018 haben viele engagierte Akteure es möglich gemacht, die Krite­rien zur Fair Trade Town zu erfüllen. Bereits im Frühjahr 2020 sollte deswegen eine offizielle Feier mit Urkundenübergabe stattfinden, aber aus naheliegenden Gründen hat sich dies verzögert und schließ­lich jetzt zu einer virtuellen Verleihung geführt.

 

Nach intensiver Diskussion hatte der Gemeinderat entschieden, den Titel „Fair Trade Town“ anzu­streben. Daraufhin hat sich die Steuerungsgruppe gegründet, welche unterschiedliche Veranstaltun­gen koordiniert und plant. Ohne die zahlreichen Unterstützer aus den verschiedenen gesellschaftli­chen Feldern hätte man das Ziel allerdings nicht erreicht.

Vor allem die Grundschule, die sich ja bereits seit einiger Zeit Fair Trade School nennen darf, hat sich immer wieder äußerst engagiert mit kleineren und größeren Projekten eingebracht.

 

Hier nur einige Beispiele:
- Verkauf von fair gehandelten Produkten
- Herstellung von Naschwerk mit fairen Zutaten
- Informationsveranstaltungen

 

Auch der TSV 1869 e.V. Rottendorf hat sich mit fairen Volleybällen ausgerüstet und denkt über den Kauf weiterer fairer Sachen nach. Die Pfarrei St. Vitus, der Weltladen und die Steuerungsgruppe haben in interessanten Veranstaltungen zum Thema „Fairtrade“ informiert. Im Falle von „FairLesen“ war dies eingebettet in allerlei kulturelle und kulinarische Genüsse rund um den Kaffee. Ebenfalls kann man in Rottendorf faire Waren und Lebensmittel im Einzelhandel und Restaurants erwerben. Die Gemeinde bietet fairen Kaffee sowie Kekse im Rathaus bei Terminen und Besprechungen an und bestückt die Weihnachtstüten für die Senioren mit fairen Kleinigkeiten.

 

Aber warum überhaupt Fair Trade? Statt Almosen zu empfangen oder zu darben, sollen die Erzeuger von Lebensmitteln und anderen Waren für ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Vor allem den Kin­dern und Frauen wird mit fairem Handel der Weg zu Bildung und menschenwürdigem Dasein geeb­net.

 

Es zeigt sich also, dass Fairness unbedingt eine Win-Win-Situation schafft. Deswegen sollen möglichst viele ins Boot geholt werden. Wie wäre es mit fairer Arbeitskleidung im Betrieb? Oder mit fairen Werbegeschenken? Inzwischen gibt es neben dem Klassiker Kaffee tausende fair gehandelte Pro­dukte. Und es werden immer mehr, denn die Nachfrage steigt und setzt einen Trend!


 

Fair Catwalk

 

„Alle Menschen haben ein Recht darauf, sich zu entwickeln und teilzuhaben an den Gütern und der Fülle dieser Welt.“[i]

Aus den fairen Rosenaktionen verfügte die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf über Spendengelder, die an die Frau gebracht werden sollten. Gar nicht so einfach, man überweist da nicht mal eben. Also hat sich das Team auf die Suche nach einem erreichbaren fairen Projekt gemacht, das Frauen unterstützt. In der Modebranche ist man fündig geworden.

 

Spendenprojekt

Die Wahl fiel auf Azadi Fashion aus Nürnberg, die schon ihre erste Kollektion von Frauen nähen ließen, die durch eine Ausbildung zur Schneiderin der Zwangsprostitution entfliehen können. Außerdem kooperieren sie mit der Nürnberger sowie einer indischen Modeschule. So wird bereits in der Ausbildung ein Bewusstsein für die prekäre Situation und faire Handelsmöglichkeiten geschaffen.

Damit die Spendenübergabe nicht so trocken über die Bühne geht, entstand die Idee, sie nicht nur mit Informationen, sondern auch mit einer Modenschau zu verbinden. Schnell waren in Würzburg Partner (Naturkaufhaus, JAC und Weltladen) gefunden, die mit fairer Mode handeln und auch an einer Präsentation ausgesprochen interessiert waren.

 

Modenschau

Bekanntermaßen steckt der Teufel im Detail – und der hat es den fünf Mitgliedern der Steuerungsgruppe satanisch schwer gemacht, aber schließlich war der große Tag da, die Models und die Bekleidung standen bereit. Über dem Garten des Wasserschlosses als malerische Kulisse strahlte die Sonne nicht gar zu heiß. Die Zuschauerreihen waren gut gefüllt, vertreten waren alle Generationen. Auffallend viele junge Menschen saßen im Publikum.

Gut bekleidet tanzten die ehrenamtlichen Models über die Bretter. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die mutige Präsentation vor aller Augen! Die Modeexperten der Geschäfte erklärten die Besonderheiten der Kleidung. Da war viel Neues zu erfahren, etwa, dass manche Stoffe aus Hanf oder Eukalyptus hergestellt werden, dass es Rucksäcke aus Plastikmüll, der aus dem Meer gefischt wurde, gibt. „Ocean Bound Plastic“

Das Design der Kollektionen kann nur als absolut zeitgemäß und modisch chic bezeichnet werden, keine Rede von selbstgestrickten Ökotantenteilen. Für jeden Geschmack, jedes Alter und jede Figur, auch für jeden Anlass war etwas dabei. Der Bikini im Jungle Look, das alltagstaugliche Outfit fürs Büro, leichte Kleider und Jumpsuits, die sich perfekt für heiße Sommertage eignen, wasserdichte Regenhüte und -jacken, ein sommerlicher Schlafanzug…

Und ganz am Schluss wurde ganz kurz Männermode präsentiert. Der Bürgermeister höchstpersönlich schlüpfte in ein fair gehandeltes T-Shirt – und erntete stürmischen Applaus.

 

Hintergründe

Warum hat sich die Steuerungsgruppe dazu entschlossen, unzählige unbezahlte Arbeitsstunden in so ein Textilprojekt zu investieren? Es soll auf die ausbeuterische Situation der ArbeiterInnen in der Textilindustrie aufmerksam machen. Denn hier gelten Arbeits- und Menschenrecht leider gar nicht. Wer sich für die Etablierung von Betriebsräten oder Gewerkschaften einsetzt, sieht sich starken Repressalien ausgesetzt, verschwindet schon mal auf Nimmerwiedersehen.

Die Arbeitsbedingungen lassen sich umreißen mit Schlagworten wie endlose Regelarbeitszeiten, erzwungene Überstunden, keine Pausen, 7-Tage-Woche – und das alles für einen Hungerlohn, der nicht einmal annähernd den Lebensunterhalt deckt. Gern nach dem Tagelöhnerprinzip. Dabei sind die ArbeiterInnen aufgrund der maroden Elektroleitungen permanenter Brandgefahr ausgesetzt, nur die großen Katastrophen (siehe 1100 Tote in Bangladesh) schaffen es in die (internationale) Presse. Auch der dauernde direkte Kontakt mit Chemikalien schadet der Gesundheit massiv.

Auch hochpreisige Modelabels setzen die Hersteller in den Billiglohnländern gern unter Druck, bezahlen Dumpingpreise, um den eigenen Gewinn auf Kosten der Ärmsten zu steigern. Und dann liest man, dass 40% der hierzulande gekauften Kleidung nie oder kaum getragen wird. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Vier von zehn Teilen nähen Frauen unter grauenhaften Bedingungen völlig für die Katz‘!

 

Ausweg

Als Konsumenten sind wir nicht dazu verdammt, das mitzumachen. Wir können fair gehandelte Waren kaufen, bei denen ALLE Beteiligten anständig bezahlt werden. Meist sogar noch Ressourcen und Umwelt geschont werden. Wir können von der Politik ein Lieferkettengesetz fordern, das offenlegt, wer wo und unter welchen Bedingungen produzieren lässt. Wir können Second Hand einkaufen, langlebige Ware erwerben, vielleicht mal mit der Nadel etwas ausbessern oder selten benötigte Ware wie Abendkleider ausleihen.

Dafür haben sich an diesem Tag nicht nur die Steuerungsgruppe und die Models in ihrer Freizeit eingesetzt, sondern darüber hinaus weitere Helfer. Herzlichen Dank!


 

Flower Power zum Weltfrauentag

 

Auch in diesem Jahr bot die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf wieder anlässlich des Weltfrauentags faire Rosen auf dem Bauernmarkt feil. Wie im vergangenen Jahr geschah dies in enger und fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Floristikfachgeschäft „Wunschblume“. Und auch heuer wieder dank des Aufstellers coronakonform.

 

Frauenrechte stärken

Hintergrund der Aktion ist, dass auch heutzutage noch Rollenklischees es Frauen erschweren, beruflich Karriere zu machen. Bei uns schlägt sich dies etwa im sogenannten Gender Pay Gap, dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle nieder, das den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von Frauen und Männern beschreibt. Immerhin mit aktuell 18% kein Pappenstiel.

Dramatischer stellt sich die Situation aufgrund traditioneller Geschlechterrollen für Frauen auf der südlichen Halbkugel dar. Hier steuert Fair Trade mit allerlei Projekten gegen. Die Stärkung weiblicher Arbeitnehmer erfolgt über die Umsetzung von Arbeitsrechten, die Förderung gewerkschaftlicher Strukturen oder das Angebot von Sozialleistungen. Beispielsweise in Ostafrika eher die Ausnahme.

Arbeiterinnen der Fair Trade Blumenfarmen erlangen durch die Unterstützung mehr gesellschaftliche Mitbestimmung, finanzielle Unabhängigkeit und werden in ihrer Mutterschaft gestärkt. So können sie – bei uns längst selbstverständliche – Rechte für sich einfordern und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpfen. Wer fair gehandelte Rosen kauft, leistet einen wichtigen Beitrag zur Emanzipation dieser Frauen!

 

Umwelt schützen

Aber auch den ökologischen Aspekt hat Fair Trade auf dem Schirm. Im Vergleich zu niederländischen Gewächshausrosen verursachen faire Rosen aus Kenia 5,4 mal weniger CO2 und verbrauchen 6,5 mal weniger Energie. Sparsame Bewässerung und wasseraufbereitende Kläranlagen sind fester Bestandteil des Fairtrade-Standards, so kann man diesbezüglich mit gutem Gewissen einkaufen. Trotz des Flugs der Pflanzen zu uns.

Weitere strenge Umweltkriterien beziehen sich auf den Einsatz von Pestiziden und ein ausgeklügeltes Müllmanagement. Die Mitglieder im Netzwerk Fair Trade werden darüber hinaus zum Umweltschutz geschult, damit sie sich abnabeln können und weiterhin umweltfreundlich arbeiten.

Spendenübergabe bei Modenschau

Ausdrücklich erwähnt sei die Freigiebigkeit der Rottendorfer. Es kam bei drei Aktionen ein nettes Sümmchen zusammen, das dann einem fairen Projekt gespendet werden wird. Als würdigen Rahmen veranstaltet die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf am Samstag, den 25. Juni im Garten des Wasserschlosses dazu eine faire Modenschau. Dies in Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern fair gehandelter Kleidung aus Würzburg, bei denen dann auch gleich vor Ort entsprechende Produkte erworben werden können.


 

Faire Angebote am Bauernmarkt

 

An diesem Samstag werden wieder zahlreiche Angebote fair gehandelter Waren den Bauernmarkt in Rottendorf bereichern.

Zwischen 9.00 und 12.00 Uhr findet auf dem Kirchplatz neben dem Verkauf regionaler Lebensmittel auch wieder der Verkauf von allerlei fairen Kleinigkeiten durch die Grundschüler statt. Die Rottendorfer Schule ist Fair Trade School und es gibt neben der sehr engagierten stellvertretenden Schulleiterin, Frau Sibylle Emmerling, auch eine sehr aktive Schülergruppe. Die Kinder setzen sich mit Hingabe für die Verbesserung der Lebensumstände ihrer Gleichaltrigen ein, die nicht so günstige Voraussetzungen zum Leben haben und oft genug hart arbeiten müssen.

Gleichzeitig bietet die Steuerungsgruppe Fair Trade Town fair gehandelte Rosen feil. Wie schon im letzten Jahr können diese einem Aufsteller entnommen werden. Zur Unterstützung eines fairen Projekts steht wieder ein Spendentopf bereit. Dazu ist für Samstag, den 25.6.22 eine Modenschau im Garten des Wasserschlosses geplant, bei der die Spendengelder übergeben werden sollen. Bei der natürlich auch faire Kleidung erworben werden kann.


 

Fair macht die Welt lebenswert!

 

Das Jahr 2021 war durch allerlei Einschränkungen gekennzeichnet und fast wurde schon befürchtet, man könne keine fairen Aktivitäten durchführen. Doch die Armut und schlechte Arbeitsbedingungen haben keine pandemiebedingte Pause eingelegt. Im Gegenteil haben sich für viele Menschen die Umstände drastisch verschlechtert.

 

Faire Rosen

Deswegen war die Steuerungsgruppe bestrebt, auf die Beine zu stellen, was möglich war. Zweimal konnte man auf dem Kirchplatz während des Bauernmarktes fair gehandelte Rosen verschenken. Andrea Siedler von der Agenda 21 dient als Mitglied der Steuerungsgruppe hier als Koordinatorin. Dazu gab es einen Aufsteller, der mit den Blumen bestückt wurde. So konnten die Leute sich kontaktfrei selbst bedienen. Vom daneben befindlichen Spendentopf wurde äußerst großzügig Gebrauch gemacht. Dank an die „Wunschblume“ für die erstklassige Zusammenarbeit!

 

Tapetenwechsel

Außerdem beteiligte man sich an der Aktion „Tapetenwechsel“ der Weltläden. Diese werden in der Steuerungsgruppe seit einiger Zeit von Josef Pohly vertreten. Tapetenwechsel meint Umdenken, weg von reiner Profitorientierung und hin zu menschenwürdigem und umweltverträglichem Konsum. Dazu gab es allerlei kleine und große Ideen, wie jeder das für sich umsetzen kann. Diese fand man auf kleinen Kärtchen, die man sich von den aufgespannten Wäscheleinen pflücken und mitnehmen konnte.

Auch die Grundschule, die dauerhaft von Sibylle Emmerling in der Steuerungsgruppe vertreten ist, beteiligte sich an der Aktion. Im Vorfeld hatten die Kinder sich in der Schule Gedanken gemacht, welche Beiträge zu einer fairen Welt schon Kinder leisten können. Analog zur Weltladenidee schrieben sie ihre Anregungen auf Karten und hängten sie zum Mitnehmen auf.

 

Friedensgebet

Spirituelle Aspekte für den fairen Handel trugen die InitiatorInnen des montäglichen Friedensgebets bei. Unbedingte Christenpflicht ist es doch wohl, dem Mitmenschen Nächstenliebe entgegenzubringen. Da hat gnadenlose Ausbeutung keinen Platz. Mit Barbara Häußler von Pax Christi hat die Steuerungsgruppe eine aktive Christin in ihren Reihen, die Glauben und Fairness verbindet.

 

Feier der Ernennung

Im Sommer hätte die Gemeinde gern zu einem großen Fest anlässlich der Ernennung zur Fair Trade Town alle Bürger eingeladen, allein das war noch nicht möglich. So hat man denn mit Repräsentanten aus den verschiedenen Bereichen gefeiert. Die beteiligte Gastronomie, der teilnehmende Einzelhandel und Vertreter aus Kultur und Politik kamen im Garten des Wasserschlosses zusammen, um sich auszutauschen und die Ernennung zu würdigen.

 

Dabei wurde gerade von Anke Schneider, die Verbindung von Kommunalpolitik und Steuerungsgruppe, deutlich gemacht, in welchem Umfang in manchen Ländern die Menschen, insbesondere Frauen und Kinder ausgebeutet werden. Weltweit sind etwa 160 Millionen Kinder – das ist zweimal die Einwohnerzahl der Bundesrepublik! – dazu gezwungen, mit harter Arbeit zum Lebensunterhalt beizutragen. Teilweise unter extrem gesundheitsschädigenden Bedingungen. Deswegen hat sich Rottendorf dazu entschieden, dem etwas entgegenzusetzen.

 

Fair Trade Idee und Praxis

Wer die Augen dafür öffnet, findet an immer mehr Stellen Produkte, die so gehandelt werden, dass die Erzeuger davon leben können. Genaugenommen gibt es keinen Lebensbereich mehr, wo dies nicht der Fall ist. Der Fair Trade Gedanke basiert nicht auf Spenden, sondern auf der Vorstellung, dass man von seiner Hände Arbeit leben können soll. Wir sollten deswegen für Dinge, die wir erwerben, Preise bezahlen, die dem Produkt angemessen sind. Egal, wo der Hersteller sitzt.

 

Gerade im Textilbereich sind da noch jede Menge Hausaufgaben zu machen. Noch immer nähen Frauen für einen Hungerlohn unsere Kleidung, damit wir im Supersonderangebot zu Dumpingpreisen einkaufen, können, was wir vielleicht nicht einmal benötigen. Deswegen hat sich die Steuerungsgruppe Fair Trade dazu entschlossen, die eingenommenen Spenden aus den fairen Rosenaktionen einer Textilinitiative zukommen zu lassen.

 

Ausblick

Um das in einen passenden Rahmen zu setzen und um auch fair gehandelte Kleidung publik zu machen, ist dazu eine faire Modenschau geplant. Dabei besteht dann die Möglichkeit, sich zu informieren, wo in Würzburg man faire Kleidung einkaufen kann oder gleich vor Ort welche zu erwerben. Gleichzeitig kann gezeigt werden, dass fairer Handel topmodisch ist. Die Aktion wurde in den Frühsommer geschoben, um sie draußen stattfinden lassen zu können.

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