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Bewährungsprobe bestanden!

Die Gemeinde Rottendorf ist für weitere zwei Jahre als Fair Trade Town zertifiziert. Diesen Erfolg kann die örtliche Steuerungsgruppe in Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteuren für sich verbuchen.

Zahlreiche Mithelfer

So wächst das Warenangebot in den Rottendorfer Geschäften, das mit Fair Trade Siegel versehen ist, beständig. Längst findet sich nicht mehr nur fair gehandelter Kaffee in den Regalen unserer Märkte. Wer neugierig und aufmerksam schaut, findet zahlreiche Kakaoprodukte und mehr. Allem voran natürlich der Weltladen, der sich seit Jahren emsig und ehrenamtlich für die gute Sache einsetzt. Auch die ansässige Gastronomie bietet mittlerweile Produkte an, für deren Entstehung anständig bezahlt wurde.

Natürlich geht die Gemeindeverwaltung mit gutem Beispiel voran. Längst ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass man beim Einkauf darauf achtet, ob sich ein Fair Trade Siegel auf der Ware befindet – und dieser dann den Vorzug gibt. Damit alle auf dieser Welt menschenwürdig leben können!

Aktionen zur Unterstützung

Unermüdlich hat die Steuerungsgruppe immer wieder auf das Thema hingewiesen. Während der Pandemie teils gar kein so leichtes Unterfangen, aber nötiger als je zuvor. Besonders hervorzuheben sind hier mehrere Aktionen um fair gehandelte Rosen. Sie wurden von der Bevölkerung unglaublich positiv aufgenommen und auch monetär honoriert. Plötzlich standen Spendengelder zur Verfügung.

Diese an ein konkretes Projekt weiterzuleiten, erwies sich als komplizierter als gedacht. Deswegen entstand die Idee, ein Textilprojekt zu unterstützen. Doch man wollte keine langweilige Scheckübergabe, weshalb man sich eine Modenschau ausdachte. Im Garten des Wasserschlosses wandelten ehrenamtliche Models mit fair gehandelter und absolut modischer Kleidung über den Laufsteg. Und erhielten superpositives Feedback! Deswegen will man die Aktion im Zweijahresrhythmus wiederholen. 

Aber auch weiter zurückliegende Aktionen, etwa FairLesen, dürfen nicht vergessen werden. Da lud man in die Leselounge des Wasserschlosses ein, um rund ums Thema Kaffee zu genießen. Geboten wurden Livemusik, vorgelesene Literatur, faires Gebäck – und natürlich Kaffee. Angereichert mit spannenden Informationen zum Würzburger Partnerkaffee.

Nicht vergessen werden darf unsere Schule, die sich Fair Trade School nennen darf. Die ehrliche Begeisterung der Kinder reicht sogar über den Grundschulbesuch hinaus, sie bleiben dabei, wenn sie die Schule wechseln. Und sie sind sogar in den Ferien bereit, sich für fairen Handel einzusetzen.

Urkundenübergabe

Der Einsatz der Rottendorfer Akteure wurde von der Fair Trade Kampagne anerkannt und mit einer neuen Urkunde gewürdigt. Da dieser kleine Schritt wichtig für unsere Welt ist, feierte man im kleinen Kreis den Erfolg mit einem fairen Glas Secco. Direkt vom Erzeuger bezogen und anständig bezahlt, absolut regional, da aus Rottendorf und somit auch noch praktisch CO2-neutral.

Anwesend waren die drei Bürgermeister, um die politische Wichtigkeit und Einigkeit zu demonstrieren. Außerdem die Steuerungsgruppe. Sie besteht aus Andrea Siedler für die Agenda 21, Barbara Häußler als Mitglied der kirchlichen Seite, nämlich Pax Christi, Sibylle Emmerling, Konrektorin der Fair Trade School, Josef Pohly als Vertreter des Weltladens und Anke Schneider, Sprecherin der Gruppe und Verbindung zur politischen Gemeinde.

Hintergrund

Nicht aus den Augen verlieren sollte man auch, weshalb sich Menschen mit ihrer Lebenszeit für so ein aufwendiges Projekt einbringen. Da gibt es nämlich auf diesem Globus Millionen von Menschen, die trotz größten Fleißes und äußerster Sparsamkeit nicht genug zum Leben haben, weil sie so schlecht bezahlt werden. Gerade Kinder und Frauen trifft dieses Schicksal überdimensional häufig. Sie werden wie Sklaven gehalten, damit wir hier ein paar Cent sparen.

Es hat auch etwas mit dem Klimawandel zu tun. Wer nicht weiß, wie er heute satt werden soll, ist nachvollziehbarerweise wenig motiviert, sich auch noch in den Umweltschutz einzubringen. Ja, es fehlen ja auch die finanziellen Mittel!

Jeder Einzelne hat es in der Hand! Jeder kann einen kleineren oder größeren Beitrag dazu leisten, dass es auf der Erde fairer, anständiger, menschlicher zugeht! Deswegen ist die Gemeinde Rottendorf stolz darauf, mit der weiteren Zertifizierung einen aktiven Beitrag gelebter Humanität zu leisten!


 

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Fair Catwalk – faire Modenschau in Rottendorf

 

Bereits zum zweiten Mal veranstaltet die Rottendorfer Steuerungsgruppe Fair Trade eine Modenschau im Garten des Wasserschlosses. Würzburger Geschäfte, die entsprechende Label führen, zeigen ihre aktuellen Kollektionen. Diese sind nicht nur ansprechend und absolut zeitgemäß, sondern ermöglichen auch jenen, die sie mit ihrer Hände Arbeit herstellen, davon ein anständiges Leben führen zu können.

 

Gerade im Textilsektor herrschen leider immer noch mehr als beklagenswerte Zustände, was die Arbeitsbedingungen betrifft. Kinderarbeit, eingesperrte Näherinnen, verfolgte Gewerkschafter, 16-Stunden-Arbeitstage, mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen – das alles ist durchaus Alltag. Dem gegenüber setzt Fair Trade ein Zeichen. Die ArbeiterInnen werden ausreichend bezahlt, die Arbeitsbedingungen stimmen, Gelder werden in Schulen und Kinderbetreuung investiert.

Um das zu unterstützen, macht das Team der Rottendorfer Steuerungsgruppe darauf aufmerksam. Und gleichzeitig besteht die Aussicht auf einen vergnüglichen Nachmittag, während man im reizvollen Ambiente des Wasserschlossgartens den ehrenamtlichen Models mit den Blicken folgt. Dazu erläutern die Geschäfte die Besonderheiten, es gibt Showeinlagen und heimische Weine. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Kleidung sowie fair produzierten Schmuck zu erwerben.

 

Die Modenschau findet statt am Samstag, den 6. Juli 2024 von 17.00 – 19.00 Uhr im Garten des Wasserschlosses in Rottendorf. Mit dabei sind verschiedenste Akteure aus Rottendorf, etwa die Grundschule, der Weltladen, der Jugendrat, der Elternbeirat der Schule und mehr. Und vielleicht regt es ja an, das ein oder andere Trikot mit gutem Gewissen zu versehen?


 

heiße Schokolade

Naschkatzenfest oder der Schokolade den bitteren Beigeschmack nehmen

 

Es ist Wochenende, doch in der Rottendorfer Grundschule herrscht wuseliger Hochbetrieb. Aber längst nicht nur Kinder finden sich ein, sondern auch zahlreiche Erwachsene nähern sich erwartungsvoll. Die Steuerungsgruppe Fair Trade Town hatte eingeladen zu FairSüßen, um über Kakaoanbau zu informieren. In Kooperation mit der Fair Trade School Rottendorf hatte man so einiges auf die Beine gestellt!

 

Äußerst prekäre Arbeitsbedingungen

In einer kurzen Begrüßung wurde ausgeführt, weshalb man diese Veranstaltung ins Leben gerufen hatte. Für den Kakaoanbau werden in der konventionellen Bewirtschaftung nicht nur Wälder gerodet, sondern vor allem überwiegend Kinder als Arbeiter eingesetzt. Gerade in Côte d’Ivoire, dem größten Kakaolieferanten weltweit, wo meist Kleinbauern als Akteure auftreten, kann sich bei den aktuellen Weltmarktpreisen praktisch keiner leisten, erwachsene Arbeiter einzustellen. 

So arbeiten denn vor allem während der Ernte die eigenen Kinder zwangsläufig mit. Es werden jedoch auch Kinder gekauft. Ja, gekauft. Über die Grenze gelangen sie als steter Strom, um nicht aufzufallen, einzeln. Manche wurden einfach auf der Straße von modernen Sklavenhändlern mitgenommen. Die Arbeit in den Obstgärten ist hart und Schulunterricht entfällt gänzlich. Diese Ausbeutung muss nach Ansicht der Steuerungsgruppe ein Ende haben.

 

Politische Auswirkungen

Die derzeit flammende Diskussion um Migrantenströme würde verebben, wenn die Menschen in ihren Heimatländern ein solides Auskommen hätten, von dem sie und ihre Familien anständig leben können. Dann käme niemand auf die Idee auszuwandern. Ordentliche Bezahlung der Kakaobauern hieße für uns bei weitem nicht unbezahlbare Schokolade! Würde jedoch andere, deutlich höhere Kosten einsparen. Vielleicht stellen wir gerade die falschen Fragen?

Klar wird jedenfalls, dass unser Geldbeutel große Macht besitzt. Wie wir einkaufen, wirkt unmittelbar darauf, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. Aber auch auf die Migrantenströme nehmen wir über unser Konsumverhalten direkten Einfluss. Hier können wir Verantwortung übernehmen und unmittelbar politisch arbeiten!

 

Das Naschkatzenfest nimmt Fahrt auf

Weiter ging’s mit einem Schulfilm, der sich mit dem Anbau der begehrten Frucht beschäftigt. Leider hängte das Internet sich auf, was so ein bisschen an die längst vergangene eigene Schulzeit erinnert hat, wenn Lehrkräfte mit dem Filmprojektor um nahtlose Wiedergabe gerungen haben. Dann also eher in die Workshops…

Da war viel geboten. In der Aula konnte man fair gehandelte Schokoladentafeln erwerben und mit einer selbst gestalteten Banderole verzieren, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Ebenfalls in der Aula gab es allerlei Spiele rund um den Kakao, seinen Anbau, seine Verbreitung, seine Verarbeitung und mehr. Und kompetente Anleitung dazu. Wer die leisen Töne liebt, konnte sich im Raum der Stille mit der eigenen Schokoladenseite auseinandersetzen.

 

Liebe geht durch den Magen, Politik auch

Den größten Zuspruch erfuhren jedoch die kulinarischen Angebote. Eifrige Helfer, meist Kinderarbeit ;-) setzten mit Löffeln Häufchen auf Backbleche. Gemeinsam war allen eine flüssige Schokoladenmasse aus fair gehandelten Zutaten (Kakao, Zucker), aber es gab drei Varianten von „Füllungen“: Cornflakes, Popquins oder Bananenchips, die beiden letzteren auch aus fairem Anbau. Am Ende der Veranstaltung waren sie auch soweit gekühlt und damit ausgehärtet, dass sie kleine und große Leckermäulchen beim Naschen schokoladenbraun färben konnten. 

Und dann gab es da noch die heiße Schokolade! Die Mikrowelle befand sich im Dauereinsatz, während sich Warteschlangen vor der Ausgabe bildeten. In die heiße Milch wurde eigens dafür angefertigte Schokolade aus dem hiesigen Weltladen gerührt. Auf den Oberlippen bildeten sich verräterische Schnurrbärte, während man über die verschiedenen Geschmacksrichtungen diskutierte.

Auch mit dem Weltladen wurde eng zusammengearbeitet. Deren breites Angebot rund um Schokoladiges wurde zum Verkauf angeboten. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich mit fairen Köstlichkeiten einzudecken. Für dunkle Kaminabende genau die richtige Ausstattung! Wer es versäumt hat, kann es zu den bekannten Öffnungszeiten des Weltladens nachholen.

 

Fulminanter Ausklang

Allmählich flaute der Ansturm ab, aber da war es auch schon Zeit für den nächsten Programmpunkt. Hier ging es dann wieder ruhiger zu, man wurde still und lauschte den vorgelesenen Worten. Diese waren einem Jugendbuch entnommen, in dem Issa seinen Bruder von einer Kakaofarm retten will, sich dazu jedoch erstmal selbst verkauft. Aus Berlin trifft Manal dazu, die nach der Schule reisen will und mit ihren afrikanischen Wurzeln, konkret bei ihrem Onkel, beginnt. Ein dickes Leseabenteuer zum Mitfiebern!

Doch dann war es auch schon Zeit für den krönenden Abschluss. Kinder aus dem Ethikkurs für dritte und vierte Klassen sangen und tanzten ein Schokoladenlied. Ihre Lehrkräfte tanzten mit bzw. untermalten am Cachon. Dabei wurden sie sehr professionell begleitet von Valentin Styppa am Klavier, der heuer gar nicht mehr in Rottendorf zur Schule geht.

Ganz großer Dank allen engagierten Akteuren! Ohne den ehrenamtlichen Einsatz vieler hätte die Steuerungsgruppe das sicher nicht gestemmt. Auch Dank an die Bücherei im Wasserschloss, die einen Büchertisch passend zum Thema zusammengestellt hat.

 

Das Buch:         Peer Martin „Blut und Schokolade“

Das Rezept:

  •        250 g geschmolzenes Kokosfett

  •        250 g (Puder-)Zucker

  •        100 g Kakao

  •        1 Vanillezucker

  •        2 EL löslicher Kaffee

  •        Alles gut vermischen, dann die „Innereien“ (Cornflakes, Popquins o.ä.) dazugeben.


 

FairNähen mit bunten Fäden

Am Samstag, 17. Juni 23

von 17.00-19.00 Uhr

im Wasserschloss.

 

Das Sommerwetter hätte eigentlich mehr ins Schwimmbad oder in den eigenen Garten gelockt, aber erfreulich viele MitbürgerInnen ließen sich verführen, ins Wasserschloss zu kommen. Dort wurde Ungewöhnliches geboten. Die Steuerungsgruppe Fair Trade hatte ein buntes Programm zusammengestellt, das alle Sinne befriedigte.

Ohrenschmaus

Gleich zu Beginn und dann immer wieder zwischen den Wortbeiträgen spielten zwei Musiker der unterfränkischen Band „Grumbiira“ und verzauberten mit indischen Klängen. Ungewohnt für europäische Ohren, aber mitreißend dank der Rhythmen, die ins Blut gingen, und dem packenden Spiel auf der Sitar. Die Freude der Musiker übertrug sich aufs Publikum und nahm es mit in die ferne Klangwelt.

Geschäftsgebaren der Modelabels

Zur Begrüßung der Anwesenden wies Anke Schneider darauf hin, was der Grundgedanke des Events ist. Gerade in der Textilindustrie wird das Recht auf hinreichende Arbeitsbedingungen mit Füßen getreten. Gesundheitsgefährdung, Überstunden, ausbleibender Lohn, Beleidigungen bis hin zu Schlägen sind leider noch immer Alltag. Während die Modelabels Millionen für die Werbung aufwenden, zahlen sie den Produzenten einen kargen Hungerlohn.

Gewerkschaftliche Organisationen sind unerwünscht, da ziehen schon mal Modefirmen den Auftrag zurück, wenn ruchbar wird, dass sowas existiert. Für die Gewerkschafter selber droht die Gefahr, verschleppt oder gar ermordet zu werden. Insgesamt stehen die Interessen der Aktienbesitzer über denen der Menschen.

Beiträge zur Menschenwürde

Besonders hervorzuheben, dass die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, Eva-Maria Linsenbreder, den Rottendorfern die Ehre gab. Der Bezirk ist seinerseits Fair-Trade-zertifiziert und setzt dies entsprechend in den eigenen Einrichtungen um. So kaufen etwa die Krankenhäuser für ihre Küchen regionale und/oder fair gehandelte Produkte ein und stützen damit die anständige Entlohnung jener, die ihre Arbeitskraft in die Produktion investieren.

Auch Bürgermeister Schmitt stellte sich in seinem Grußwort auf die Seite der Integrität und der Solidarität. Er fasste den Bogen weiter, auch wenn es an diesem Tag schwerpunktmäßig um Indien ging. Schließlich sollen auch bei uns die Hersteller von Waren und Lebensmitteln von ihrer Hände Arbeit leben können.

Azadi heißt Freiheit

Von der Firma Azadi, die von der Steuerungsgruppe immer wieder Spenden erhielt und erhält, war eine Vertreterin anwesend. Frau Lisa Kretschmann, selbständige Schneidermeisterin, trug fesselnd und lebendig vor, wie das Projekt entstanden ist, worum es sich kümmert und was bereits erreicht werden konnte. Dem ausführlichen Vortrag folgte das Publikum atemlos.

Zunächst ging es in erster Linie darum, Mädchen und junge Frauen aus der Zwangsprostitution zu befreien. Um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, schulte man sie in vielerlei Hinsicht, unter anderem im Nähen. Durch die Zusammenarbeit einer Nürnberger und einer indischen Akademie für Modedesign entstand eine erste Kollektion, die von den befreiten Sklavinnen angefertigt wurde.

Einige erfreuliche Geschichten waren zu hören. Die Mutter von vier Kindern, die sich eine eigene Schneiderei aufgebaut hat. Ärztliche Versorgung in den Armenvierteln, wenigstens punktuell. StudentInnen, denen Fair Trade innerhalb der Textilbranche zur zweiten Natur geworden ist. Unterricht für Kinder, die mit Arbeit zum Unterhalt der Familie beitragen müssen. Manchmal leider auch Rückschritte, so hat die Pandemie die Zwangsprostitution wieder befeuert.

Abtauchen in Genüsse

So viele harte Fakten, manche davon doch sehr schwer verdaulich, sollten nicht allein im Raum stehen. Deswegen wurde auch ein anderer Aspekt Indiens vorgestellt. Dazu lasen Sibylle Emmerling und Anke Schneider aus literarischen Werken kurze Textstellen vor. Dabei drehte es sich einmal um eine Engländerin, die Ghandi begegnet ist, was ihr Leben grundlegend verändert hat. Die andere Geschichte handelte von der traditionellen Rolle weiblicher Menschen: harte Arbeit ist selbstverständlich, Selbstbestimmung absolut tabu.

Und auch für den Geschmackssinn war gut gesorgt. Zum Schluss wurde originales Essen angeboten. Aus Indien stammende MitbürgerInnen hatten sich die Mühe gemacht, Fingerfood zuzubereiten, vegetarisch und äußerst lecker. So standen die Besucher denn noch eine Weile beisammen, tauschten sich aus und kosteten die fremdartigen Speisen.

Keinesfalls unerwähnt darf bleiben, dass diese Veranstaltung so nur gelingen konnte, weil über die Steuerungsgruppe hinaus Menschen ihre Arbeitskraft und ihr Können für Gottes Lohn zur Verfügung gestellt haben: die Musiker, die Köche, eine Mitarbeiterin der Bücherei im Wasserschloss, die Politiker, eine Rottendorferin mit ihren beiden Kindern, Ehemänner…

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Faires Fest

 

Rechtzeitig zum Fest bot die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Schokolade mit weihnachtlichem Motiv an. Aber nicht irgendwelche Schokolade, sondern welche aus fairem Anbau, versteht sich. Ganz besonders war daran, dass sie ein Aquarell vom Rottendorfer Kirchplatz zierte, auf dem die RoKaGe Christbäume verkauft. Noch dazu im Schnee!

 

Der Plan, anschließend übriggebliebene Tafeln im Weltladen zu verkaufen, ging nicht auf. Es waren keine mehr übrig. Ein so außergewöhnliches, individuelles Geschenk ließen sich gewiefte RottendorferInnen nicht entgehen! Spätere Anfragen mussten leider enttäuscht werden.

 

Das Geld, das eingenommen wurde, wird in bewährter Weise an Azadi weitergegeben, um eine faire Textilproduktion zu fördern. Dazu findet dann am 17. Juni im Wasserschloss die Aktion „FairNähen“ statt, bei der wieder allerlei Sinnenfreuden mit nüchternen Fakten verwoben werden sollen. Das Konzept von Azadi ist überaus interessant und lohnt allein schon die Teilnahme an „FairNähen“, aber die Steuerungsgruppe plant, wieder vorzulesen und zu bewirten. Lassen Sie sich/lasst euch überraschen!

 

Der Gedanke fairen Handel(n)s kommt immer mehr in der Bevölkerung an. So hat der Elternbeirat des Kindergartens Am Bremig heuer 140 faire Nikoläuse beim Weltladen eingekauft. Da hat die Schokolade dann keinen bitteren Beigeschmack, weil sie „von Kindern für Kinder“ produziert wurde. Man kann ruhigen Gewissens schlemmen, was den Genuss ungemein erhöht!

 

Auch das Partnerschaftskomitee beschenkte heuer mit fairen Nikoläusen und zwar die Kinder der Französisch-AG der Grundschule. Nachdem auch die Schule für weitere zwei Jahre zertifiziert wurde und sich weiterhin Fair Trade School nennen darf, war dies natürlich überaus passend! Wenn schon, denn schon schokoladen-fair-schmierte Mündchen!

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Rottendorf ist Fair Trade Town

 

Seit der Initialzündung im Januar 2018 haben viele engagierte Akteure es möglich gemacht, die Krite­rien zur Fair Trade Town zu erfüllen. Bereits im Frühjahr 2020 sollte deswegen eine offizielle Feier mit Urkundenübergabe stattfinden, aber aus naheliegenden Gründen hat sich dies verzögert und schließ­lich jetzt zu einer virtuellen Verleihung geführt.

 

Nach intensiver Diskussion hatte der Gemeinderat entschieden, den Titel „Fair Trade Town“ anzu­streben. Daraufhin hat sich die Steuerungsgruppe gegründet, welche unterschiedliche Veranstaltun­gen koordiniert und plant. Ohne die zahlreichen Unterstützer aus den verschiedenen gesellschaftli­chen Feldern hätte man das Ziel allerdings nicht erreicht.

Vor allem die Grundschule, die sich ja bereits seit einiger Zeit Fair Trade School nennen darf, hat sich immer wieder äußerst engagiert mit kleineren und größeren Projekten eingebracht.

 

Hier nur einige Beispiele:
- Verkauf von fair gehandelten Produkten
- Herstellung von Naschwerk mit fairen Zutaten
- Informationsveranstaltungen

 

Auch der TSV 1869 e.V. Rottendorf hat sich mit fairen Volleybällen ausgerüstet und denkt über den Kauf weiterer fairer Sachen nach. Die Pfarrei St. Vitus, der Weltladen und die Steuerungsgruppe haben in interessanten Veranstaltungen zum Thema „Fairtrade“ informiert. Im Falle von „FairLesen“ war dies eingebettet in allerlei kulturelle und kulinarische Genüsse rund um den Kaffee. Ebenfalls kann man in Rottendorf faire Waren und Lebensmittel im Einzelhandel und Restaurants erwerben. Die Gemeinde bietet fairen Kaffee sowie Kekse im Rathaus bei Terminen und Besprechungen an und bestückt die Weihnachtstüten für die Senioren mit fairen Kleinigkeiten.

 

Aber warum überhaupt Fair Trade? Statt Almosen zu empfangen oder zu darben, sollen die Erzeuger von Lebensmitteln und anderen Waren für ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Vor allem den Kin­dern und Frauen wird mit fairem Handel der Weg zu Bildung und menschenwürdigem Dasein geeb­net.

 

Es zeigt sich also, dass Fairness unbedingt eine Win-Win-Situation schafft. Deswegen sollen möglichst viele ins Boot geholt werden. Wie wäre es mit fairer Arbeitskleidung im Betrieb? Oder mit fairen Werbegeschenken? Inzwischen gibt es neben dem Klassiker Kaffee tausende fair gehandelte Pro­dukte. Und es werden immer mehr, denn die Nachfrage steigt und setzt einen Trend!


 

Fair Catwalk

 

„Alle Menschen haben ein Recht darauf, sich zu entwickeln und teilzuhaben an den Gütern und der Fülle dieser Welt.“[i]

Aus den fairen Rosenaktionen verfügte die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf über Spendengelder, die an die Frau gebracht werden sollten. Gar nicht so einfach, man überweist da nicht mal eben. Also hat sich das Team auf die Suche nach einem erreichbaren fairen Projekt gemacht, das Frauen unterstützt. In der Modebranche ist man fündig geworden.

 

Spendenprojekt

Die Wahl fiel auf Azadi Fashion aus Nürnberg, die schon ihre erste Kollektion von Frauen nähen ließen, die durch eine Ausbildung zur Schneiderin der Zwangsprostitution entfliehen können. Außerdem kooperieren sie mit der Nürnberger sowie einer indischen Modeschule. So wird bereits in der Ausbildung ein Bewusstsein für die prekäre Situation und faire Handelsmöglichkeiten geschaffen.

Damit die Spendenübergabe nicht so trocken über die Bühne geht, entstand die Idee, sie nicht nur mit Informationen, sondern auch mit einer Modenschau zu verbinden. Schnell waren in Würzburg Partner (Naturkaufhaus, JAC und Weltladen) gefunden, die mit fairer Mode handeln und auch an einer Präsentation ausgesprochen interessiert waren.

 

Modenschau

Bekanntermaßen steckt der Teufel im Detail – und der hat es den fünf Mitgliedern der Steuerungsgruppe satanisch schwer gemacht, aber schließlich war der große Tag da, die Models und die Bekleidung standen bereit. Über dem Garten des Wasserschlosses als malerische Kulisse strahlte die Sonne nicht gar zu heiß. Die Zuschauerreihen waren gut gefüllt, vertreten waren alle Generationen. Auffallend viele junge Menschen saßen im Publikum.

Gut bekleidet tanzten die ehrenamtlichen Models über die Bretter. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die mutige Präsentation vor aller Augen! Die Modeexperten der Geschäfte erklärten die Besonderheiten der Kleidung. Da war viel Neues zu erfahren, etwa, dass manche Stoffe aus Hanf oder Eukalyptus hergestellt werden, dass es Rucksäcke aus Plastikmüll, der aus dem Meer gefischt wurde, gibt. „Ocean Bound Plastic“

Das Design der Kollektionen kann nur als absolut zeitgemäß und modisch chic bezeichnet werden, keine Rede von selbstgestrickten Ökotantenteilen. Für jeden Geschmack, jedes Alter und jede Figur, auch für jeden Anlass war etwas dabei. Der Bikini im Jungle Look, das alltagstaugliche Outfit fürs Büro, leichte Kleider und Jumpsuits, die sich perfekt für heiße Sommertage eignen, wasserdichte Regenhüte und -jacken, ein sommerlicher Schlafanzug…

Und ganz am Schluss wurde ganz kurz Männermode präsentiert. Der Bürgermeister höchstpersönlich schlüpfte in ein fair gehandeltes T-Shirt – und erntete stürmischen Applaus.

 

Hintergründe

Warum hat sich die Steuerungsgruppe dazu entschlossen, unzählige unbezahlte Arbeitsstunden in so ein Textilprojekt zu investieren? Es soll auf die ausbeuterische Situation der ArbeiterInnen in der Textilindustrie aufmerksam machen. Denn hier gelten Arbeits- und Menschenrecht leider gar nicht. Wer sich für die Etablierung von Betriebsräten oder Gewerkschaften einsetzt, sieht sich starken Repressalien ausgesetzt, verschwindet schon mal auf Nimmerwiedersehen.

Die Arbeitsbedingungen lassen sich umreißen mit Schlagworten wie endlose Regelarbeitszeiten, erzwungene Überstunden, keine Pausen, 7-Tage-Woche – und das alles für einen Hungerlohn, der nicht einmal annähernd den Lebensunterhalt deckt. Gern nach dem Tagelöhnerprinzip. Dabei sind die ArbeiterInnen aufgrund der maroden Elektroleitungen permanenter Brandgefahr ausgesetzt, nur die großen Katastrophen (siehe 1100 Tote in Bangladesh) schaffen es in die (internationale) Presse. Auch der dauernde direkte Kontakt mit Chemikalien schadet der Gesundheit massiv.

Auch hochpreisige Modelabels setzen die Hersteller in den Billiglohnländern gern unter Druck, bezahlen Dumpingpreise, um den eigenen Gewinn auf Kosten der Ärmsten zu steigern. Und dann liest man, dass 40% der hierzulande gekauften Kleidung nie oder kaum getragen wird. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Vier von zehn Teilen nähen Frauen unter grauenhaften Bedingungen völlig für die Katz‘!

 

Ausweg

Als Konsumenten sind wir nicht dazu verdammt, das mitzumachen. Wir können fair gehandelte Waren kaufen, bei denen ALLE Beteiligten anständig bezahlt werden. Meist sogar noch Ressourcen und Umwelt geschont werden. Wir können von der Politik ein Lieferkettengesetz fordern, das offenlegt, wer wo und unter welchen Bedingungen produzieren lässt. Wir können Second Hand einkaufen, langlebige Ware erwerben, vielleicht mal mit der Nadel etwas ausbessern oder selten benötigte Ware wie Abendkleider ausleihen.

Dafür haben sich an diesem Tag nicht nur die Steuerungsgruppe und die Models in ihrer Freizeit eingesetzt, sondern darüber hinaus weitere Helfer. Herzlichen Dank!


 

Flower Power zum Weltfrauentag

 

Auch in diesem Jahr bot die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf wieder anlässlich des Weltfrauentags faire Rosen auf dem Bauernmarkt feil. Wie im vergangenen Jahr geschah dies in enger und fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Floristikfachgeschäft „Wunschblume“. Und auch heuer wieder dank des Aufstellers coronakonform.

 

Frauenrechte stärken

Hintergrund der Aktion ist, dass auch heutzutage noch Rollenklischees es Frauen erschweren, beruflich Karriere zu machen. Bei uns schlägt sich dies etwa im sogenannten Gender Pay Gap, dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle nieder, das den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von Frauen und Männern beschreibt. Immerhin mit aktuell 18% kein Pappenstiel.

Dramatischer stellt sich die Situation aufgrund traditioneller Geschlechterrollen für Frauen auf der südlichen Halbkugel dar. Hier steuert Fair Trade mit allerlei Projekten gegen. Die Stärkung weiblicher Arbeitnehmer erfolgt über die Umsetzung von Arbeitsrechten, die Förderung gewerkschaftlicher Strukturen oder das Angebot von Sozialleistungen. Beispielsweise in Ostafrika eher die Ausnahme.

Arbeiterinnen der Fair Trade Blumenfarmen erlangen durch die Unterstützung mehr gesellschaftliche Mitbestimmung, finanzielle Unabhängigkeit und werden in ihrer Mutterschaft gestärkt. So können sie – bei uns längst selbstverständliche – Rechte für sich einfordern und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpfen. Wer fair gehandelte Rosen kauft, leistet einen wichtigen Beitrag zur Emanzipation dieser Frauen!

 

Umwelt schützen

Aber auch den ökologischen Aspekt hat Fair Trade auf dem Schirm. Im Vergleich zu niederländischen Gewächshausrosen verursachen faire Rosen aus Kenia 5,4 mal weniger CO2 und verbrauchen 6,5 mal weniger Energie. Sparsame Bewässerung und wasseraufbereitende Kläranlagen sind fester Bestandteil des Fairtrade-Standards, so kann man diesbezüglich mit gutem Gewissen einkaufen. Trotz des Flugs der Pflanzen zu uns.

Weitere strenge Umweltkriterien beziehen sich auf den Einsatz von Pestiziden und ein ausgeklügeltes Müllmanagement. Die Mitglieder im Netzwerk Fair Trade werden darüber hinaus zum Umweltschutz geschult, damit sie sich abnabeln können und weiterhin umweltfreundlich arbeiten.

Spendenübergabe bei Modenschau

Ausdrücklich erwähnt sei die Freigiebigkeit der Rottendorfer. Es kam bei drei Aktionen ein nettes Sümmchen zusammen, das dann einem fairen Projekt gespendet werden wird. Als würdigen Rahmen veranstaltet die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Rottendorf am Samstag, den 25. Juni im Garten des Wasserschlosses dazu eine faire Modenschau. Dies in Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern fair gehandelter Kleidung aus Würzburg, bei denen dann auch gleich vor Ort entsprechende Produkte erworben werden können.


 

Faire Angebote am Bauernmarkt

 

An diesem Samstag werden wieder zahlreiche Angebote fair gehandelter Waren den Bauernmarkt in Rottendorf bereichern.

Zwischen 9.00 und 12.00 Uhr findet auf dem Kirchplatz neben dem Verkauf regionaler Lebensmittel auch wieder der Verkauf von allerlei fairen Kleinigkeiten durch die Grundschüler statt. Die Rottendorfer Schule ist Fair Trade School und es gibt neben der sehr engagierten stellvertretenden Schulleiterin, Frau Sibylle Emmerling, auch eine sehr aktive Schülergruppe. Die Kinder setzen sich mit Hingabe für die Verbesserung der Lebensumstände ihrer Gleichaltrigen ein, die nicht so günstige Voraussetzungen zum Leben haben und oft genug hart arbeiten müssen.

Gleichzeitig bietet die Steuerungsgruppe Fair Trade Town fair gehandelte Rosen feil. Wie schon im letzten Jahr können diese einem Aufsteller entnommen werden. Zur Unterstützung eines fairen Projekts steht wieder ein Spendentopf bereit. Dazu ist für Samstag, den 25.6.22 eine Modenschau im Garten des Wasserschlosses geplant, bei der die Spendengelder übergeben werden sollen. Bei der natürlich auch faire Kleidung erworben werden kann.


 

Fair macht die Welt lebenswert!

 

Das Jahr 2021 war durch allerlei Einschränkungen gekennzeichnet und fast wurde schon befürchtet, man könne keine fairen Aktivitäten durchführen. Doch die Armut und schlechte Arbeitsbedingungen haben keine pandemiebedingte Pause eingelegt. Im Gegenteil haben sich für viele Menschen die Umstände drastisch verschlechtert.

 

Faire Rosen

Deswegen war die Steuerungsgruppe bestrebt, auf die Beine zu stellen, was möglich war. Zweimal konnte man auf dem Kirchplatz während des Bauernmarktes fair gehandelte Rosen verschenken. Andrea Siedler von der Agenda 21 dient als Mitglied der Steuerungsgruppe hier als Koordinatorin. Dazu gab es einen Aufsteller, der mit den Blumen bestückt wurde. So konnten die Leute sich kontaktfrei selbst bedienen. Vom daneben befindlichen Spendentopf wurde äußerst großzügig Gebrauch gemacht. Dank an die „Wunschblume“ für die erstklassige Zusammenarbeit!

 

Tapetenwechsel

Außerdem beteiligte man sich an der Aktion „Tapetenwechsel“ der Weltläden. Diese werden in der Steuerungsgruppe seit einiger Zeit von Josef Pohly vertreten. Tapetenwechsel meint Umdenken, weg von reiner Profitorientierung und hin zu menschenwürdigem und umweltverträglichem Konsum. Dazu gab es allerlei kleine und große Ideen, wie jeder das für sich umsetzen kann. Diese fand man auf kleinen Kärtchen, die man sich von den aufgespannten Wäscheleinen pflücken und mitnehmen konnte.

Auch die Grundschule, die dauerhaft von Sibylle Emmerling in der Steuerungsgruppe vertreten ist, beteiligte sich an der Aktion. Im Vorfeld hatten die Kinder sich in der Schule Gedanken gemacht, welche Beiträge zu einer fairen Welt schon Kinder leisten können. Analog zur Weltladenidee schrieben sie ihre Anregungen auf Karten und hängten sie zum Mitnehmen auf.

 

Friedensgebet

Spirituelle Aspekte für den fairen Handel trugen die InitiatorInnen des montäglichen Friedensgebets bei. Unbedingte Christenpflicht ist es doch wohl, dem Mitmenschen Nächstenliebe entgegenzubringen. Da hat gnadenlose Ausbeutung keinen Platz. Mit Barbara Häußler von Pax Christi hat die Steuerungsgruppe eine aktive Christin in ihren Reihen, die Glauben und Fairness verbindet.

 

Feier der Ernennung

Im Sommer hätte die Gemeinde gern zu einem großen Fest anlässlich der Ernennung zur Fair Trade Town alle Bürger eingeladen, allein das war noch nicht möglich. So hat man denn mit Repräsentanten aus den verschiedenen Bereichen gefeiert. Die beteiligte Gastronomie, der teilnehmende Einzelhandel und Vertreter aus Kultur und Politik kamen im Garten des Wasserschlosses zusammen, um sich auszutauschen und die Ernennung zu würdigen.

 

Dabei wurde gerade von Anke Schneider, die Verbindung von Kommunalpolitik und Steuerungsgruppe, deutlich gemacht, in welchem Umfang in manchen Ländern die Menschen, insbesondere Frauen und Kinder ausgebeutet werden. Weltweit sind etwa 160 Millionen Kinder – das ist zweimal die Einwohnerzahl der Bundesrepublik! – dazu gezwungen, mit harter Arbeit zum Lebensunterhalt beizutragen. Teilweise unter extrem gesundheitsschädigenden Bedingungen. Deswegen hat sich Rottendorf dazu entschieden, dem etwas entgegenzusetzen.

 

Fair Trade Idee und Praxis

Wer die Augen dafür öffnet, findet an immer mehr Stellen Produkte, die so gehandelt werden, dass die Erzeuger davon leben können. Genaugenommen gibt es keinen Lebensbereich mehr, wo dies nicht der Fall ist. Der Fair Trade Gedanke basiert nicht auf Spenden, sondern auf der Vorstellung, dass man von seiner Hände Arbeit leben können soll. Wir sollten deswegen für Dinge, die wir erwerben, Preise bezahlen, die dem Produkt angemessen sind. Egal, wo der Hersteller sitzt.

 

Gerade im Textilbereich sind da noch jede Menge Hausaufgaben zu machen. Noch immer nähen Frauen für einen Hungerlohn unsere Kleidung, damit wir im Supersonderangebot zu Dumpingpreisen einkaufen, können, was wir vielleicht nicht einmal benötigen. Deswegen hat sich die Steuerungsgruppe Fair Trade dazu entschlossen, die eingenommenen Spenden aus den fairen Rosenaktionen einer Textilinitiative zukommen zu lassen.

 

Ausblick

Um das in einen passenden Rahmen zu setzen und um auch fair gehandelte Kleidung publik zu machen, ist dazu eine faire Modenschau geplant. Dabei besteht dann die Möglichkeit, sich zu informieren, wo in Würzburg man faire Kleidung einkaufen kann oder gleich vor Ort welche zu erwerben. Gleichzeitig kann gezeigt werden, dass fairer Handel topmodisch ist. Die Aktion wurde in den Frühsommer geschoben, um sie draußen stattfinden lassen zu können.